
Demonstration zur Unterstützung der Europäischen Universität Sankt Petersburg. Foto: Anna Klepikova. Alle Rechte vorbehalten.
Die jüngsten Entwicklungen rund um die Europäische Universität Sankt Petersburg – der die Lizenz als Hochschule verweigert wurde, die vom stellvertretenden Leiter der Bildungsaufsichtsbehörde “Rosobrnadsor” offen verhöhnt wird, und die ihr angestammtes Hauptgebäude verloren hat – machen deutlich, wovor die internationale Wissenschaftsgemeinde seit langem gewarnt hat: Der Angriff auf die Europäische Universität ist kein “Streit zwischen Wirtschaftssubjekten”. Im Gegenteil: Es handelt sich um eine ernstliche Verletzung akademischer Rechte und Freiheiten.
Akademische Rechte und Freiheiten bestehen aus zwei sich wechselseitig bedingenden Elementen. Einerseits sind es die eigentlichen Rechte und Freiheiten der Wissenschaftler und Lehrenden, also “die Freiheit zu unterrichten, zu forschen und zu studieren”. Andererseits ist es die Autonomie der Universitäten, die einer Lehreinrichtung garantiert, nicht nur den Inhalt, sondern auch die Form der Lehre selbständig und unabhängig zu bestimmen.