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Julija Galjamina: "Die Parteipolitik hat sich selbst überlebt"

oDR beginnt eine Interviewreihe mit unabhängigen Politikern und Aktivisten aus Russland. Die Reihe eröffnet ein Gespräch mit Julia Galjamina, einer prominenten Gegnerin des Renovationsprogramms und, seit neuestem, einer Munizipalabgeordneten im Moskauer Timirjasewsky Bezirk. Englisch

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Julija Galjamina – zivilgesellschaftliche Aktivistin, Politikerin, Dozentin für Philologie und Journalismus. Bild: Julia Koroljowa. Alle Rechte vorbehalten.Julia Galjamina, eine Aktivistin und Philologie-Dozentin an der Nationalen Forschungsuniversität „Hochschule für Ökonomie“, hat an vielen Projekten der Zivilgesellschaft mitgewirkt. In der "Dissernet"-Bewegung befasste sie sich mit den Problemen im russischen Bildungssystem, sie organisierte die "Schule der lokalen Selbstverwaltung", kämpfte gegen die rechtswidrige Bebauung des "Dubki"-Parks und kandidierte für die Staatsduma der siebten Legislaturperiode von der "Jabloko"-Partei. Wie viele andere Oppositionspolitiker wurde Galjamina einem massiven Druck ausgesetzt. So wurde sie und ihr Mann bei der Demo gegen die Korruption am 12. Juni von der Polizei stark verprügelt. Bei ihr stellte man später ein geschlossenes Schädel-Hirn-Trauma fest.

Sie ließ dennoch von ihrem zivilen Engagement nicht ab. Im September 2017 gewann sie die Munizipalwahl in Moskau und wurde Bezirksabgeordnete im Timirjasewskij Bezirksrat. Die Wahlen verliefen nicht ganz unproblematisch: die örtliche Wahlkommission fälschte die Ergebnisse, dadurch verloren die unabhängigen Kandidaten ein Mandat. Galjamina versucht, die Entscheidung der Wahlkommission gerichtlich anzufechten, und löst nebenbei Probleme auf der lokalen Ebene.

oDR sprach mit ihr über ihre Zukunftspläne, über die Proteste im Netz, über die Parteidisziplin und das Los des Vorreiters.