Falls Sie es nicht bemerkt haben sollten: Wir publizieren keine Artikel über Wladimir Putin. Zumindest nicht regelmäßig. Im vergangenen Jahr hat »openDemocracy – Russia and Beyond« (oDR) nur drei Artikel über Russlands führenden Mann veröffentlicht. Wenn Sie diese Ziffer mit denen der meisten Websites vergleichen, die zu den Entwicklungen im postsowjetischen Raum publizieren, oder gar mit denen der inländischen Nachrichtenportale, ist das sehr wenig.
Hierfür gibt es verschiedene Gründe. Zunächst sind in der Presse – sei es die Londoner oder die Moskauer – mehr als genug Beiträge über das Tun und die Vorstellungen von Wladimir Putin zu finden. Die Regionen Russlands hingegen werden weitgehend ignoriert oder bevormundet.
Putin ist wichtig. Über die vergangen 15 Jahre hinweg hat er eine dominierende Position in Russlands politischer Ökonomie eingenommen (und ist ihm eine solche Rolle gegeben worden). Der Name »Putin« ist symbolisch geladen mit Stabilität, einem wiedererwachenden Russland. Der Effekt ist, dass man Russland ohne ihn nicht verstehen kann. Wir bei oDR sind daran interessiert davon zu berichten, was von den Mainstream-Medien (sowohl in Russland als auch außerhalb des Landes) liegen gelassen wird.